Harz: Eisklettern am Romkerhaller Wasserfall

Endlich war es soweit, Eisklettern wollten wir, ein Dreigestirn aus dem Herzen Westfalens, wo die Beckumer Berge gerade einmal eine maximale Höhe von 174 Metern über dem Meerespiegel aufweisen. Vom Klettern kann da nun wirklich keine Rede sein. Und dann Eisklettern? Wo zum Henker soll man das denn in Westfalen können?

Naja, in Westfalen kann man Eisklettern tatsächlich nicht ausüben, aber der Harz bietet sich schon dafür an. Und wo kann man sich die entsprechenden Informationen organisieren? Genau, aus dem Internet. ;Da wäre zum Beispiel die Seite www.bergefelsundeis.de von Günter.

Seitdem die Kälte Deutschland im Griff hatte, lugten wir aus dem warmen Wohnzimmer immer wieder auf seine Seite und versuchten abzuschätzen, wie denn die Verhältnisse waren und wann wir zusammen fahren konnten. Am letzten Samstag war es dann endlich so weit, nachdem ich Lukas und Niklas abgeholt hatte, fuhren wir um 07.00 Uhr morgens auf die Autobahn in Richtung Hannover. Wir folgten der A2 und wechselten östlich von Hannover auf die A7 in Richtung Süden. Hildesheim liessen wir hinter uns und verließen die Autobahn schließlich, um auf der B82 in Richtung Osten unseren Ziel, dem Obertal, ;näher zu kommen. Und ehe wir uns versahen, waren wir auf der Straße zum Romkerhaller Wasserfall und nach ca. zweieinhalb Stunden Fahrt an unserem Tagesziel angekommen.

Der Romkerhaller Wasserfall wurde künstlich angelegt, um den Jagdsitz Romkerhall des Königs Georg V. aus Hannover idyllischer zu gestalten. Na, da traf ja mal jemand eine zukunftsorientierte Entscheidung!

Laut Wikipedia fällt er insgesamt 64 Meter in die Tiefe und ist damit der höchste Wasserfall im Harz.

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Parkplatz am Romkerhaller Wasserfall

Direkt neben dem Wasserfall war ein noch fast leerer Parkplatz, so dass wir das ganze Klettergeraffel nicht stundenlang schleppen mussten. Wie praktisch! Es dauerte so ziemlich genau 2 Minuten vom Auto zum Fuss des Wasserfalls, wo wir uns erst einmal orientieren, was wir uns da denn auch antun wollten.

Der Romkerhaller Wasserfall

Der Romkerhaller Wasserfall

Das sah ja doch sehr vielversprechend aus! Auch waren schon einige Eiskletterer da. Ob es eng werden würde? Offensichtlich hatten nicht nur wir die Idee am romkerhaller Wasserfall Eisklettern auszuüben. Egal, loslegen wollten wir.

Zum Einklettern stieg Lukas in der linken Hälfte der erste Stufe vor und baute eine Umlenkung, um Toprope klettern zu können. Daran kletterten Niklas und ich nacheinander erst einmal auf, um uns mal wieder ein bisschen an das Eis zu gewöhnen. Bei mir war es ja fast 13 Monate her, wo ich das letzte Mal Eisklettern war und ein permanentes Mitbringsel davontrug. Um das Risiko eines weiteren Mitbringsels zu minimieren, setzte ich meine Füße ein bisschen weiter auseinander und versuchte da auch ständig drauf zu achten. Mehr braucht Ihr dazu jetzt auch nicht zu wissen…

Niklas sichert Lukas im Vorstieß und Zuschauer gab es auch

Niklas sichert Lukas im Vorstieß und Zuschauer gab es auch

Nach der ersten kleinen Kletterei wechselten wir in den rechten Teil der untersten Stufe, um weiter aufzusteigen und die zweite Stufe des Wasserfalls in Angriff zu nehmen, die – nun ja, sagen wir mal – doch interessanter aussah!

Auf alle Fälle waren wir nicht alleine. Dort oben im rechten Teil des Falls ;waren die ersten Eiskletterer mit dem Vorstieß oder dem Toprope beschäftigt und im Rücken hatten wir die Zuschauer, die das Geschehen beobachteten und – typisch Touristen – knipsten ;-).

2. Stufe des Romkerhaller Wasserfalls

2. Stufe des Romkerhaller Wasserfalls

Nachdem wir den rechten Teil der unteren Stufe erfolgreich erklommen hatten, hiess es erst einmal warten. Es war schlicht und einfach kein Platz mehr für eine weitere Eiskletterseilschaft. Auch kein Problem, da konnte man sich das Eis und die anderen Leute ja auch noch einmal genau anschauen, oder Fotos machen, so wie ich.

Der linke Teil wurde frei und wir gaben uns unserem Schicksal hin und stiegen dort ein. Besser gesagt, Lukas stieg wieder vor. Niklas sicherte ihn und ich verzog mich mit meinem langen Einfachseil und meiner Kamera nach oben, um ein paar Fotos zu machen. Schließlich mussten wir unser Abenteuer ja auch gebührend für unsere – noch nicht lebende – Nachwelt dokumentieren.

Lukas beim schlägt sein Eisgerät während seines Vorstiegs

Lukas schlägt sein Eisgerät während seines Vorstiegs

Und was hat Lukas da reingehauen, man konnte manchmal den Eindruck bekommen, dass er aus purer Lust am hauen das Eisgerät ins Eis drosch! Souverän drehte er auch Eisschrauben als Zwischensicherung ein, das musste ja auch sein. Am oberen Ende gekommen, baute er erneut eine Umlenkung, so dass Niklas anschließend ;im Toprope ;einmal klettern konnte.

Lukas setzt eine Eischrauben als Zwischensicherung während seines Vorstiegs

Lukas setzt eine Eischrauben als Zwischensicherung während seines Vorstiegs

Danach war es an mir, mich abzuseilen und die Eisschrauben zu entfernen, so dass ein guter Toprope von ganz oben eingerichtet war. Dazu hielt ein Baumstamm her. Und dann durfte ich auch noch einmal Eisklettern. Davon gibt es keine Fotos, aber feine Eiszapfen unter einem strahlenden blauen Himmel!

Eiszapfen unter strahlen blauem Himmel

Eiszapfen unter strahlen blauem Himmel

Alle Fotografien Copyright © 2012 Bernd Limbach

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