Frühlingshafte Winterbloggerwanderung im Siebengebirge

Irgendwie war es dem Outdoormädchen Corinna wohl langweilig geworden, so dass sie per Facebook zu einer Winterwanderung einlud. Als Ziel stellte sich relativ schnell das Siebengebirge heraus. Gut, altes Hausgebiet, kenne ich ganz gut. Also einen Tourenvorschlag mit den wichtigsten Eckpunkten gepostet.

Offensichtlich war die Vorfreude über die Tour recht groß. Oder wollten alle nach der Winterstarre nur wieder raus? Ach wie gut, dass niemand weiss, dass ich …

Musste ich ja sagen, denn ich hatte die Mördertour mit folgenden Eckpunkten ja ausgesucht! 😉

Weilberg, Kloster Heisterbach, Petersberg, Nonnenstromberg, Rosenau, Oelberg und (Option) Stenzelberg

So trafen wir uns morgens um 10.00 Uhr am Parkplatz „Im Mantel“ zwischen Heisterbacherrott und Oberdollendorf. Der Parkplatz ist nicht nur mit dem Auto, sondern auch per Bus gut zu erreichen.

Am Weilberg zeigte sich das Wetter von seiner angenehmen Seite, denn vom Winter war weit und breit nichts zu sehen. Die Sonne schien und der Frühling war eingekehrt.

Am Weilberg wurde dem Siebengebirge am 15. Oktober 1971 das „Europäische Diplom“ für geschützte Gebiete vergeben. Hier ist die geologische Geschichte des Siebengebirges verdeutlicht. Im alten Steinbruch sieht man im oberen Teil Trachyttuff, der vor ca. 25-30 Millionen Jahre als Ascheregen niederfiel. Basaltmagma drang zu einem späteren Zeitpunkt nach oben und wölbte die Bergkuppen. Der Basalt durchbrach hier die Schicht des Trachyttuffs aber nicht, verbrannte aber den Kontaktbereich zum Tuff, so dass diese rot verfärbt übrig blieb. Als nächste Station hatte ich mir das Klosterruine Heisterbach ausgesucht, eine ehemalige Zisterzienserabtei von der lediglich die Chorruine erhalten blieb. Folgende Geschichte ist überliefert:

Der Mönch von Heisterbach von Wolfgang Müller von Königswinter

Ein junger Mönch des Klosters Heisterbach
Lustwandelt an des Gartens fernstem Ort.
Der Ewigkeit sinnt still und tief er nach
Und forscht dabei in Gottes heil’gem Wort.

Er liest, was Petrus der Apostel sprach: Dem Herren ist ein Tag wie tausend Jahr Und tausend Jahre sind ihm wie ein Tag. Doch wie er sinnt, es wird ihm nimmer klar.

Und er verliert sich zweifelnd in den Wald.
Was um ihn vorgeht, hört und sieht er nicht.
Erst wie die fromme Vesperglocke schallt,
Gemahnt es ihn der ernsten Klosterpflicht.

Im Lauf erreichet er den Garten schnell; Ein Unbekannter öffnet ihm das Tor. Er stutzt – doch sieh, schon ist die Kirche hell Und draus ertönt der Brüder lauter Chor.

Nach seinem Stuhle eilend tritt er ein.
Doch wunderbar, ein andrer sitzet dort,
Er überblickt der Mönche lange Reih’n:
Nur Unbekannte findet er am Ort.

Der Staunende wird angestaunt ringsum, Man fragt nach Namen, fragt nach dem Begehr, Er sagt’s, da murmelt man durchs Heiligtum: Dreihundert Jahre hieß so niemand mehr.

Der letzte dieses Namens, tönt es laut,
Er war ein Zweifler und verschwand im Wald;
Man hat den Namen keinem mehr vertraut,
Er hört das Wort, es überläuft ihn kalt.

Er nennt den Abt und nennt das Jahr. Man nimmt das alte Klosterbuch zur Hand, Da wird ein großes Gotteswunder klar: Er ist’s, der drei Jahrhunderte verschwand.

Der Schrecken lähmt ihn, plötzlich graut sein Haar.
Er sinket hin, ihn tötet dieses Leid.
Und sterbend mahnt er seiner Brüder Schar:
Gott ist erhaben über Ort und Zeit.

Was er verhüllt, macht nur ein Wunder klar. Drum grübelt nicht, denkt meinem Schicksal nach. Ich weiß, ihm ist ein Tag wie tausend Jahr, Und tausend Jahre sind ihm wie ein Tag.

Nachdem wir das Klostergelände wieder verlassen hatten, schlenderten wir entlang der Klostermauser zum Rheinsteig, der uns zuerst auf breiteren, später auf schmalem und teilweise doch recht steilem Pfad auf den Petersberg, einen der sieben Berge, führte. Der Petersberg wurde früher auch Stromberg genannt. Heute kann man von der dortige Terrasse des 5-Sternehotels eine umschweifenden Blick auf das Rheintal geniessen. Geschichtlich erlebte der Petersberg ebenfalls so Einiges, u.a. war er nach dem Zweiten Weltkrieg Sitz der Alliierten Hohen Kommission und später Bundesgästehaus. Auch die beiden Afghanistan-Konferenzen in 2001 und 2002 fanden dort statt.

Über den Nonnenstromberg, der übrigens kein Aussichtsgipfel ist, gelangten wir zum Einkehrhaus Waidmannsruh. Dort musste dann wohl doch einmal eingekehrt werden, da einige durstig, andere hungrig waren. Manche sogar beides. Hier erwischte uns eine kleine Regenschauer, so dass es anschließend bunt gekleidet weiter ging.

Klaro! Die Burgruine „Rosenau“, die für sich genommen eher unspektakulär ist. Viel weiß man über sie nicht, sie gehörte aber wohl zum Erzbistum Köln und war damit vermutlich eine mit dem Drachenfels und der Wolkenburg eine Schutzburg gegen die weiter südlich ansässigen Feinde, namentlich den Grafen von Sayn mit der Löwenburg.

Natürlich stand den Outdoor-Bloggern noch eine Herausforderung hervor, die sie zu dem Zeitpunkt des Abstiegs von der Burgruine Rosenau noch nicht erahnten. Zudem verschleierte ich heimtückisch diese fiese Passage, indem ich sie märchenhaft durch ein vom Sturm Kyrill lichtes Waldstück führte. Jetzt aber lauerte der fiese Anstieg zum Oelberg auf alle nichts ahnenden Blogger (außer mir natürlich ;-). Dabei ist der gar nicht so steil, zum Petersberg war es ja auch nicht ohne gewesen. Außerdem genießt man in der Gaststätte vom höchsten Punkt des Siebengebirges entweder Kaffee und Kuchen oder die Aussicht. Und wenn es die Sicht auf die herannahende Regenwolke ist.

Immerhin schafften wir es vorher aber auch noch trockenen Fußes zu einem luftigen Gruppenfoto:

Wieder in tieferen Gefilde, nicht geschützt vom sich noch versteckenden Blätterdach, packte Axel seinen Kocher aus.

Nach der Stärkung und genügend Zeit marschierten wir auf kleinen Umwegen am Rande des Waldes zum Stenzelberg, einem alten Steinbruch und Klettergebiet. Leider ist das Klettern verboten, weshalb Freunde dieses Sports umweltunfreundlich in die Eifel oder noch weiter fahren müssen, wenn Sie draußen in der Natur klettern wollen.

Abstieg vom Stenzelberg beim #bloghike im Siebengebirge #wandern #wanderung #siebengebirge

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Auf der nächsten Runde erkunden wir mal die Seite Sayn des Siebengebirges mit meinem Lieblingsberg, der Löwenburg.

Die Berichte der anderen:

Das Kreuzglöckchen – Directors Cut

Das Kreuzglöckchen von der Bloggerwanderung mit Corinna, Nico, Jens und Axel (lang ist’s her!) wollte ich schon immer mal neu aufgelegt haben. Mir war es zu lang und die Erklärung wie das Kreuzglöckchen denn überhaupt an seine Stelle kam, wollte ich gesprochen haben. Hier ist es nun:

 

Jahresabschlußbloggerwanderung

Axel von der Outdoorseite.de rief und (leider aber nicht) alle kamen zur Jahresabschlußbloggerwanderung bei Vossenack in die Eifel. Es sollte nicht nur über den Kall Trail gehen, nein, Axel hatte sich ein Motto ausgedacht: „Zurück in der Zeit.“ Dazu hatte er Michael, einen der History Guides der Rureifel Tourismus e.V. und Betreiber von FTB Adventures eingeladen. Er wollte uns in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück versetzen und uns die Geschehnisse rund um Vossenack Ende 1944 nahe bringen.

Neben Axel und Michael waren mit von der Partie: Frauchen Martina und Wander- und Kletterhund Sam, Dortmunds bekanntester Wanderblogger Jens vom Hiking-Blog und Axel’s Kollegen von der Abenteuerschmiede Paul und Martin.

Am Splitterkreuz

Am Splitterkreuz in Vossenack, hergestellt aus Kriegsüberbleibseln.

Pünktlich gegen 10.00 Uhr trafen wir uns am Parkplatz neben der Kirche in Vossenack. Aufgrund der doch wirklich frischen Temperaturen und dem noch zu berücksichtigenden Windchill Faktor, verkrochen wir uns in den Eingang der Kirche. Hier stimmte uns Michael auf das Geschehen der bevorstehenden Wanderung mit einer ordentlichen Portion Geschichte ein. Das dauerte also ein bisschen und mir war fast mehr als schweinekalt – war aber auch recht dünn angezogen. Axel kann es ja gar nicht so kalt gewesen sein, den er bewegte sich, er machte ein Foto. Der Beweis ist in seinem Bericht zu finden.

Die erste Station war das Splitterkreuz, ein einfaches Wegekreuz, welches aus Waffenresten zusammengesetzt wurde.

Schon bald ließen wir Vossenack hinter uns und kamen auf eine weite Kuppe, wo sich die Amerikaner damals aufhielten. Denn von dort hatte man einen guten Überblick auf das noch einzunehmende Gelände vor ihnen. Die Kuppe hatte nur einen entscheidenden Nachteil, die war genauso gut für die Deutschen einsehbar. Und so hagelte es Artillerie auf die Amerikaner. Und die muß sehr treffsicher gewesen sein, waren doch kampferprobte Soldaten der Ostfront dort, die den Amis einheizten. Da mochte ich wirklich nicht dabei gewesen sein. Da half selbst eingraben nichts.

Die Kuppe verlassend, ging es über einen schmalen Pfad recht steil bergab in den Wald. Dort kamen wir an einem Erstverbandplatz vorbei. Den konnte man nun wirklich nicht erkennen. Wir mussten im Wald ein paar Meter aufsteigen. Ich war sehr überrascht, dass dieser gerade mal ein paar Quadratmeter groß war. Da passten kaum 3 Verwundete hin. Irgendwie schon schwer vorstellbar, was damals passierte. Es so friedlich im Wald.

Entlang des Wegs rollten damals auch amerikanische Panzer, die so groß waren, dass Felsen an den Seiten des Wegs von Pionieren weggehauen bzw. weggesprengt werden mussten. Links ging es steil hinab, nicht für uns, aber wohl für den ein oder anderen amerikanischen Panzer, wie Michael berichtete.

Eine kleine Brücke mit Geschichte.

Eine kleine Brücke mit Geschichte.

Weiter bergab ging es zur Kallbrücke. Bevor wir die Brücke betraten, passierten wir die Informationstafel „A Time For Healing„. Dort konnten wir über die Geschichte diese Brücke lesen, oder einfach Michael zuhören, der vor dem am Brückenrand aufgestellten Denkmal und von der Bedeutung der Brücke berichtete. Mehrmals wechselte die Front die Brücke, mal war sie in deutscher, mal in amerikanischer Hand. Während all dem kämpferischen hin und her, gab es aber auch menschliches zu berichten. So hat nach Michaels Erzählungen ein deutscher Stabsarzt mehrere Male einen lokalen Waffenstillstand ausgehandelt, damit die Verwundete und Gefallene Soldaten von beiden Parteien geborgen und versorgt werden konnten. Drumherum schwirrten aber Kugeln und allerlei andere grässliche Geschosse von den benachbarten Frontabschnitten durch die Luft.

A Time for Healing

Michael berichtet von den Vorkommnissen auf der Kallbrücke.

Das versuchte ich mir vorzustellen und mir kam Perth in West-Australien in den Sinn. Dort war ich 1999 und wir wollten abends einen Trinken gehen und kamen sehr nahe an einem Feuerwerk vorbei. Es war sehr laut und ein Haufen Rauch entstand. So ähnlich stellte ich Kampfhandlungen das vor. Es wird das aber nicht treffen, da bin ich mir sicher.

Ein Plausch zwischendurch

Auch zwischendurch gab es immer wieder angeregte Gespräche.

Während die anderen bereits wieder losmarschiert waren, blieben Jens und Axel zurück, um einen Geocache zu heben. Hatten sich dann auch gefunden und legten einen Zahn zu. Es ging im Zickzack bergauf, was Sam zu seiner Pflicht rief zu schauen, ob das Rudel denn auch noch vollständig war.

„War es, lieber Sam. Ich komme!“

Die Sherman Panzerkette

Das die niemand klaut! Geht nicht, ist einbetoniert.

Und schon wartete das nächste unscheinbare Highlight bereits auf uns. Wenn wir alleine dorther gegangen wären, hätten wir es sicherlich übersehen. Aber Michael wies uns gnadenlos auf das Detail der einbetonierten Sherman Panzerkette hin, die erst einmal ausführlich von Sam beschnüffelt wurde. Als wenn der alte Herr sich für Geschichte interessieren würde. Eine Möhre von Jens, wäre ihm sicherlich lieber gewesen. Aber es war ja noch keine Zeit für eine ordentliche Frühstückspause und so begnügte er sich damit die Gegend auf seine Weise zu erkunden.

Bevor wir wieder auf einer Kuppe stehen und uns der Frage widmeten, ob wir denn auch noch zum Westwall wollten, zeigte uns Michael noch recht unscheinbare Gräben. Die Gräben waren typische amerikanische Schützengräben für ein bis zwei Soldaten und nicht so ausgebaut, wie das die Deutschen damals machten. Ach ne, ich hatte auch kein Verlangen, in einem der beiden gelegen zu haben. Stellt Euch mal vor, dass Ihr fern der Heimat in einem solchen Loch liegen oder ausharren müsstet. Dann doch lieber das Lager einer Berghütte oder wenigstens das weiche Bett eines Drei Sterne Hotels, oder?

Ein Blogger twittert

Jens war fleißig, Axel konnte mangels Smartphone nicht und ich…

Und auf der Anhöhe konnten eingeweihte wieder bekannte Eigenschaften der Spezi Blogger beobachten. Das scheue Herumspielen mit dem Smartphone. Ich hab’s für Euch eingefangen!

Und auch hier konnte uns Michael so einiges aus der Vergangenheit erzählen und uns wichtige Punkte benennen. Diese Punkte waren meist Gefechtsstände. Von diesen wurde das eigentliche Kampfgeschehen geleitet, z.B. die Artillerie.

Matsch!

Michael hielt sein Versprechen vom Matsch!

Dann kam die Minute der Entscheidung, wollten wir auch Bunker am Westwall schauen? Ja oder Nein? Wir entschieden uns für das Ja. Und das bedeutet erst einmal einen ordentlichen Fußmarsch dorthin. Zum Glück machten wir zwischendrin aber auch eine Pause und Sam bekam endlich sein Stück Möhre von Jens. Das war ja wie ein Ritual! Sam war glücklich. Aber wir wollten weiter, ehe sich die Sonne hinter Wolken verstecken sollte eine steife Brise kühlte uns aus.

Das Wetter wurde immer besser, aber der Matsch, den uns Michael versprochen hatte, den durchschritten wir nun auf dem Weg zum Westwall. Und wie matschig es war Auch Rehe kreuzten unseren Weg, ein Glück das Sam die nicht mitbekommen hatte. Kurze Zeit später schnupperte er sie aber.

Und dann standen wir vor dem Bunker vom Typ 10. Cool, wie einfallsreich der Name war. Dies war der einzige Bunker, der nicht verschlossen war und wir konnten uns die Behausung anschauen. Für einige Soldaten konzipiert, fragten wir uns trotzdem, wie die es hatten darin aushalten können?

Gruppenfoto

Gruppenfoto auf dem Bunker Typ 10.

Michael zeigte und auf eingeschweißten Karten die vielen Punkte, die den Westwall ausmachten und sagte:

„Der Westwall war vor allen Dingen ein Mythos.“

Blogger wandern

Auf dem Weg zum Westwall.

Aha, große Propaganda, man musste das wohl nur oft genug sagen, dann war es eine grandiose Befestigung gegen den Feind aus dem Westen. Eine irre Menge an Geld wurde dort investiert, was der Bevölkerung in der Eifel aber sehr wohl gut tat. Reich wurden sie zwar sicher nicht, aber der Lebensstandard verbesserte sich sehr wohl.

Der letzte von drei Bunker, die wir uns anschauten war der Bunker vom Typ Nr. 11. Wo war nun der Unterschied zum Bunker Nr. 10? Ganz einfach, der war doppelt so groß. Es passten also auch ungefähr doppelt soviel Soldaten rein wie bei Nr. 10. Da hatten die Planen aber keine ganze Arbeit geleistet, der hätte dann nämlich wohl Bunker Nr. 20 heißen müssen. Aber egal, er war zugesperrt, denn dort sollen Fledermäuse ihren Winterschlaf halten. Und das ist auch gut so, denn die possierlichen Tierchen sollen nicht gestört werden.

Fernmeldeanschluß

Ein alter Fernmeldeanschluß am Wegesrand.

Spät war es nun geworden und wir stapften eine recht rutschigen Weg hinab zur der letzten Station in Simonskall, einem komplett erhaltenen und äußerst unscheinbaren Sanitätsbunker. Das war aber auch kein Wunder, denn auf dem Bunker war ein Haus gebaut. Der Bunker bot also ein hervorragendes Fundament. Eine Hinweistafel klärt Interessierte ohne Führer auf, aber wir hatten ja Michael, der uns berichtete. Dort ist ein Museum untergebrachte, das sehr informationsreich und sehenswert sein soll.

Nun wurde es langsam doch dunkel und wir hatten schon knapp an die 20 Kilometer in den Beinen, Sam und Martina wollten nun auch langsam zurück und ich muss zugeben, mir ging es langsam auch nicht anders. Das letzte Mal waren Sam und ich mit auf dem Hubertusweg im Sauerland gewesen, als wir so eine lange Tour machten. Zum letzten Mal verschluckte uns der Wald und es war noch dunkler. Aber es kamen uns Kopflampenträger in den Personen Axel und Jens zur Hilfe, die uns den letzten steilen Weg ausleuchteten. Michael war dort oben immer mal wieder durch seine Reflektionsstreifen seiner Jacke zu sehen, so dass der Weg kein Problem war. Aus dem Wald heraus, sahen wir auch schon den Kirchturm von Vossenack in greifbarer Nähe. Bald war es vorbei, müde passierten wir nochmals das Splitterkreuz und schlurften zum Auto.

So war fand unsere Wanderung ein Ende und wir ließen den Tag mit einem sehr guten Essen (Wild!) im Gasthof „Zum Alten Brauhaus“ ausklingen. Dann brachten wir Jens noch heile zu seinen Lieben nach Dortmund und machten uns dann selbst auf unsere letzte Etappe ins KritzelKraxel Basecamp.

Und was kann ich als Fazit ziehen?

Sehr schon war es, wenn auch zuerst saukalt, aber die Kombination von Wandern mit geschichtlichen Hintergründen, hat diesen Tag sehr bereichert. Es war ein langer Tag und Martina wird kürzere Strecken bevorzugen, aber auch ihr gefiel die Kombination. Ein großes Lob an Axel und Michael und einen ganz herzlichen Dank an Euch für die Tour!

Und ja, eine Wanderung ist schön, mit einem speziellen Thema wird sie besonders.

Und hier die anderen Berichte:

  1. „Blogger im Bunker“ ist Axel’s Bericht – er war verdammt schnell!
  2. Michaels Bericht
  3. Und Jens Bericht

Das Kreuzglöckchen

In den Berichten über die Winterrudelwanderung auf dem Hubertusweg erzählten wir alle vom Kreuzglöckchen. Dazu hatte sich Jens die Mühe gemacht und recherchiert, wie das Kreuzglöckchen überhaupt dorthin kam. Die Geschichte kann man in seinem Bericht nachlesen (oder sich etwas gedulden…). Auch Bilder vom Kreuzglöckchen gab es bei Jens und Axel zu sehen.

In der Berichterstattung fehlte aber noch so einige Details. Corinna und ich unterhielten uns prächtig, als wir das Gebimmel hörten. Was konnte das sein? Schafe, war mein erster Gedanke. „Schafe mit Glöckchen um den Hals, so wie die Kühe auf den Almen in den Alpen.“, sagte ich zu ihr.

Wenig später stutzen wir, denn die Abfolge des Gebimmel war zu regelmäßig für Schafe. „Eine Prozession!“ Noch ein verrückter Gedanke von Bernd, denn wir sahen zum ersten keine Menschenmenge und außerdem fiel mir kein Grund für eine Prozession an diesem Tag ein. Offensichtlich war es aber auch das nicht und so löste sich das Rätsel dann auch erst beim näher kommen auf. Und da guckten alle…

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Bloggerwanderung auf dem Hubertusweg

Jens vom Hiking Blog fragte mich vor Ostern via Twitter, ob ich nicht mit auf eine Tour gehen wollte.

„Und wie!“

Die rundumrandete 1 - auf dem Hubertusweg

Die rundumrandete 1 – auf dem Hubertusweg

Muss ich mich doch nicht immer in der Vertikalen (Klettern) bewegen, auch die Horizontale (Wandern, Laufen) tut es ebenso. Also schaufelte ich mir den Freitag frei und machte mich morgens gegen 7.30 Uhr vom KritzelKraxel Basecamp auf den Weg. Wir wollten uns um 10.00 Uhr an der Olperer Hütte in Olpe treffen, um den Hubertusweg zu wandern. Ich war aber nicht alleine, denn Wanderhund Sam begleitete mich.

Eigentlich brachen wir viel zu früh auf, aber das hatte ja auch einen Grund. So ganz ohne Vertikale können wir nun auch nicht leben und so hatte ich mich entschlossen, zwei Klettergebiete im Sauerland zu erkunden. Zeitlich war vor dem Treffen aber nur eins drin. Wir besuchten deshalb kurz die Werdohler Lenneplatte. Direkt an der Lenne und an einem Wanderweg liegen die Felsen. Da ist im Sommer sicherlich die Hölle los.

Sams Priorität: Fellpflege

Sams Priorität: Fellpflege

Und so kam es dann, wie es kommen musste. Sam und ich waren zu spät, so ziemlich genau eine (akademische) Viertelstunde. Hierzu ein Mea culpa an die frierenden vier Menschen, die da auf uns warteten. Diese vier waren Jens (Hiking-Blog.de), Axel (Outdoorseite.de), Corinna (outdoormaedchen.de) und Nico (noch-nicht.outdoorjunge.de). Nach Begrüßung und umstellen der Fahrzeuge auf einen nahe gelegen öffentlichen Parkplatz, ging es dann los – und dazu direkt bergauf!

Jens teilte uns mit, dass er bei der Touristeninformation angefragt hatte, ob noch Schnee liegen würde. „Nicht so viel.“, war die Antwort gewesen. Allerdings galt dies wohl nur für die niederen Olperer Lagen, denn bereits nach kurzer Zeit stiessen wir auf Restschneefelder. „Wie blöd!“, dachten wir. „Geil!“, dachte Sam und hatte für einige Minuten nix besseres zu tun, als sein Fell zu pflegen und sich schick zu machen. Naja, es ist immer wieder lustig ihn dabei zu beobachten, denn seine Verrenkungen suchen seinesgleichen. Zwischendrin schnauft er und frisst Schnee mit wachsender Begeisterung. Aber auch diese 5 Minuten gingen vorbei und wir konnten weiter.

Der 1. Geocache ist gefunden!

Der 1. Geocache ist gefunden! Griesemert

Es dauerte nicht lange, da bog Corinna hinter einen Baum ab. He, nein, nicht das, was Ihr jetzt denkt, denn sie förderte einen Schatz zutage, den Geocache Griesemert. Damit habe ich zwar nicht wirklich was am Hut, aber es ist schon ein schönes Hobby und wir verewigten uns dort im Logbuch – oder wie bezeichnet man das?

Nachdem der Geocache nun auch versorgt war, spazierten wir wieder weiter und unterhielten uns über dies und das. Es dauert nicht allzu lange und einige wurden hungrig, u.a. auch Wanderhund Sam. Am Waldesrand, nahe der drei Windmühlen, die wir immerzu sahen, legten wir an einer Bank eine Pause ein. Leider war es viel zu kalt, als dass wir uns dort hinsetzen und die Aussicht geniessen konnten. Aber Sam aß begeistert sein Brötchen. Sollte ich vielleicht erwähnen, dass Sam Brötchen sehr mag? Er versteht sogar das Wort Brötchen und stellt seine Ohren auf, wenn man es nur allzu laut sagt.

Im weiteren Verlauf, versuchte ich meine limitierten Kenntnisse von spezifischen Bloggeraktivitäten zu erweitern. Das gelang mir durchaus durch die bereitwilligen Auskünfte von Corinna. Dafür ein herzliches Dankeschön an das Outdoomädchen!

Posen

Posen

Plötzlich blieben wir stehen, denn Jens und Axel kamen einfach nicht nach. Axel verdrückte sich an den Wegesrand und Jens ging mehrmals die Strecke von einigen Metern vor und wieder zurück. Das konnte nur eins sein: Posen. Was Blogger halt auch so machen, wenn Sie unterwegs sind und Ausrüstungsgegenstände unter härtesten Bedingungen völlig subjektiv prüfen. Ob die Fotos was geworden sind, kann ich nicht sagen. Jens wird uns das aber sicherlich in naher Zukunft verraten.

Aber dies waren ja nicht die einzigen Themen, die wir so drauf hatten, denn mit Axel gab es etwas ganz anderes zu besprechen. Ich wollte einige Informationen zu seinem Hochseilgartenprojekt erfahren, bei dem Kinder und Jugendliche über sich hinauswachsen können sollen. Er arbeitet als Erlebnispädagoge in der Abenteuerschmiede und dem Familien- und Jugendbildungshof Auenland Mulartshütte. Im Rahmen einer 72 Stundenaktion soll dieser Hochseilgarten im Sommer gebaut werden. Mehr dazu könnt Ihr im eigenen Blog unter www.72stunden.abenteuerschmiede.com erfahren.

Ihr könnt Axel und seine Truppe aber selbst tatkräftig unterstützen, denn so etwas kostete schon eine Menge Geld. Dazu haben sie eine eigene Spendenseite für ihr Vorhaben eingerichtet. Auch ich habe bereits hier einen Beitrag geleistet, denn das Projekt verdient unterstützt zu werden! Ich möchte es Euch hiermit ans Herz legen und freue mich jetzt schon auf das Probieren im Sommer!

Jens, ich mag Dein Brot auch!

Jens, ich mag Dein Brot auch!

Natürlich konnte es nicht bei einer Pause bleiben, dafür war die Strecke viel zu lang! Dummerweise war das Brötchen für Sam bereits verspeist und die zwei Knusperleckerlies als Snack zwischendurch hatte er ebenfalls bereits inhaliert. Was blieb dem armem Wanderhund Sam dann anderes übrige als bei Axel im Rücksack nach weiteren Keksen zu schnuppern oder Jens so zu hypnotisieren versuchen, dass er ihm bereitwillig sein Brot geben würde?

Tja, leider funktionierte das aber nicht. War aber im Endeffekt auch gar nicht so schlimm, denn unsere großartiger Organisator und Wanderführer zeigte sein weiches Herz und spendierte Sam eine seiner Möhren. Was soll ich anderes schreiben? Sam war wieder hellauf begeistert! Die Pause war gerettet und Jens ab sofort sein bester Freund. 😉

Auf dem Eis…

Auf dem Eis…

Von einer anderen Rettung berichtete bereits Corinna in ihrem Bericht, Sam verhinderte, dass sie stürzte. Warum das? Ganz einfach: Die Vier begaben sich einmal auf Eis, Axel beguckte sich den eisglatten Untergrund skeptisch, Corinna sah begeistert zu Nico, der den (sterbenden?) Schwan machte, und Jens konnte sich im Hintergrund ein Grinsen nicht verkneifen. Sehr schöne Szene.

Wilden Tieren begegneten wir aber auch auf dem Hubertusweg, z.B. einem Eichhörnchen, was Sam dazu veranlasste, hinterher sprinten zu wollen. Diesmal hielt die Leine aber und nach einem Meter war Schluss. Nicht nur Eichhörnchen sind vor ihm unsicher, auch Kaninchen und auch größere Rehe sind Begierde seines Jagdtriebs. Das macht Spaß, findet er, denn Frauchen oder Herrchen müssen da aufpassen. So war ich Nico kurz vor Ende der Runde am Modellsegelflugplatz dankbar, dass er uns vor dem Reh warnte. Das äste auf der Wiese. Da musste Sam leider an die kurze Leine. Da das Reh für ihn noch ausser Sichtweite war, war dies natürlich auch kein Problem. Es sprang davon und Sam witterte es erst, als wir dort waren. Dann wurde er aber sehr aktiv, auch wenn er bereits seit einiger Zeit doch knapp hinter mir oder neben mir her trabte.

Hochlandrinder McGregory

Hochlandrinder McGregory

Aber vorher, und das wollte ich noch erzählen, kamen wir an anderen wilden Tieren vorbei. Darf ich vorstellen? Die Hochlandrindfamilie McGregory! Dort hinten, hinter der Hecke und den Bäumen am Wegesrand, dort labten sie sich am Heutrog. Die sehen schon sehr putzig aus und so möchte ich hier einmal auf die Kinderrockmusikband Randale hinweisen, die nämlich ein Patenrind im Bielefelder Heimat-Tierpark Olderdissen hat. Äußerst hörenswerte Musik mit witzigen Texten. Und auch der Tierpark ist sehenswert – mein dort lebendes Lieblingstier? Nein, nicht das Hochlandrind, der Luchs ist es!

Wo ist der Frühling?

Wo ist der Frühling?

Die Runde ging langsam dem Ende zu und die Zivilisation sahen wir bereits. Und trotzdem gab es nach all den Kilometern, den noch vorhandenen Restschneefeldern und Eisflächen noch etwas zu entdecken. Einen Frühlingsboten fanden wir schließlich doch noch! Nein, keine sich noch versteckende Weidenkätzchen, wie Corinna sie verzweifelt fotografiert hatte. Nein, wir fanden eine richtige Blume, eine Krokusblüte. Einsam und verlassen am Wegesrand wollte sie da blühen!

Hier ist der Frühling!

Hier ist der Frühling!

Gab uns die doch ein wenig Hoffnung, dass es mit dem Winter doch bald vorbei sein wollte, denn mittlerweile hatten wir doch alle genug vom Schnee. So schön der Winter und der Schnee auch war, aber Anfang April… So sollte die Wanderung enden.

Auch wenn der Weg meist über Forstwege rund um die drei auf der Kuppe thronenden Windräder führte, die mich an Don Quijote erinnerten, auch wenn wir nicht gegen sie kämpften, so fand ich ihn gelungen. Mit Corinna, Nico, Axel und Jens hatten Sam und ich sehr viel Spaß! Wir würde gerne wieder mit Euch wandern gehen!

Mehr Bilder gibt es unten in der Galerie.

Die Berichte der anderen

  • Axel’s Bericht – Er war der schnellste Schreiber, inklusive Tourenverlauf.
  • Corinna war die Zweite, die ihren Bericht von der Rudelwanderung veröffentlichte.
    Du, Corinna, ich habe den Bericht auch Sam vorgelesen und er war mächtig stolz! Beim nächsten Mal möchte er wieder mitkommen. 😉
  • Jens berichtete über die Tour vom Winterwandern mit Gleichgesinnten.
    Jens, Sam hat mir auch hier verraten, dass er mit Dir auch wieder mitkommen wolle, denn die Möhre war sehr lecker. Du hast einen neuen Freund gefunden!

Und mein Nachschlag zur Winterbloggerrudelwanderung, die das Kreuzglöckchen noch etwas mehr beleuchtet.

Hinzufügen möchte ich noch die Tourdaten meiner Suunto Ambit:

  • 23,21 km Strecke
  • 486 Höhenmeter
  • 6:01:18h Wanderzeit (brutto, also mit Pausen)
  • 11% Akkuverbrauch

Nach der verdienten Stärkung im Kolpinghaus Olpe mit verschiedenen Getränken und Speisen trennten sich wieder unsere Wege. Axel fuhr wieder zurück nach Aachen, Jens, Corinna und Nico wieder Richtung Dortmund, da sie als Fahrgemeinschaft kamen. Sam und ich machten uns auf den Weg zum zweiten Klettergebiet, was wir noch erkunden wollten. Dies war gar nicht so weit weg, wie ich dachte, wir mussten in Richtung Finnentrop. Bei der Ortschaft Heggen bogen wir zum Industriegebiet Unterer Elberskamp ab. Es scheint mir relativ wenige Parkplätze zu geben, so dass Fahrgemeinschaften nicht nur in diesem Punkt entlasten werden, sondern auch in dem CO2 Ausstoß. Der war bei uns nicht gut. Der hätte locker geviertelt werden können, aber das ist eine andere Geschichte…