Dry-Tooling in Duisburg

Die Dry-Tooling Anlage, Foto: Lukas Brexler

Die Dry-Tooling Anlage, Foto: Lukas Brexler

Im dritten Anlauf hatte es dann doch endlich geklappt. Bereits zweimal musste ich Lukas zum Dry-Tooling im Landschaftspark in Duisburg absagen. Am 02.02. war es dann doch soweit und wir machten und gegen 11.00 Uhr auf den Weg. Wir waren Wander- und Kletterhund Sam, Frauchen Martina, Herrchen Bernd und natürlich unser Kumpel Lukas von felsundeis.info. Um 12.30 Uhr waren wir dort mit Christof aus Bonn verabredet.

Die Dry-Tooling Anlage ist in einem Teil der zum Klettern genutzten Erzbunkertaschen des stillgelegten Eisenhüttenwerks Duisburg Meiderich.  Laut DAV Duisburg findet der interessierte Kletterer neben der Dry-Tooling Anlage weitere 400 Kletterrouten zwischen dem 2. bis hin zum 9. Schwierigkeitsgrad sowie einen ca. 450m langen Klettersteig, der es wohl in sich hat.

Viele Eisgeräte!

Viele Eisgeräte!

Während dort die meisten Menschen sich von der Sonne verwöhnen ließen und jede Menge Fotos machten, hielten wir uns doch lieber im Schatten auf. Dry-Tooling ist halt ein Nischensport, so wie Eisklettern.

Was ist Dry-Tooling?

Dry-Tooling ist im Prinzip Eisklettern mit Eisgeräten und Steigeisen, nur ohne Eis. Bei den frühlingshaften Tagestemperaturen von 9°C war an Eis ja auch gar nicht zu denken. Dafür hat die Dry-Tooling Anlage Fichtenstämme, in die man ganz unbesorgt seine Haue des Eisgeräts und Steigeisenzacken reinhauen konnte – im Gegensatz zum Eis, da funktioniert das manchmal nicht. Eis kann hart und spröde sein. Bei den Fichtenstämmen war das herausbekommen der Eisgeräte eher ein Problem. Aufgrund deren Feuchte, waren sie sehr weich. Da brauchten wir nicht so sehr draufhauen, konnten aber.

On belay!

On belay!

Neben einer positiv geneigten Wand gab es auch die übliche senkrechte Wand. Aber sogar einen Überhang und einen frei hängenden Baumstamm findet der Kletterer dort. Alle Routen müssen zuerst im Vorstieg gemacht werden. Top-Rope? Fehlanzeige! Aber das machte ja nichts, Lukas war ja dabei. Christof und ich begnügten uns mit dem Nachstieg.

Eisgeräte sortieren

Eisgeräte sortieren

Wir konnten nicht nur an den Stämmen hoch kraxeln, sondern auch Struktur bzw. Vorsprünge der dortigen Wände als Punkte zum Aufsetzen der Eisgeräte und der Zacken der Steigeisen nutzen. Somit kann man dort eine Art Mixed Klettern üben. Das ist schon sehr spannend, denn im Vergleich zum Einschlagen bietet ein Aufsetzen nur einen labilen Halt der Eisgeräte. Die können dann schon noch hin und her wackeln. Da heißt es vorsichtig sein.

Reinhauen!

Reinhauen!

Wie beim Eisklettern ist auch beim Dry-Tooling ein Sturz ein absolutes No-Go! Präzises Klettern und ein vielleicht noch besseres Körpergefühl helfen dabei. Hektik darf auf keinen Fall aufkommen, schließlich wollten wir ja auch viel Freude dran haben!

Während wir das Dry-Tooling betrieben, schaute sich Martina mit Sam im Landschaftspark um und tankte Sonne auf.

Bernd in der anderen Verschneidung, Foto: Lukas Brexler

Bernd in der anderen Verschneidung, Foto: Lukas Brexler

Und was konnte ich noch machen? Richtig, Fotografieren! Lange hatte ich meine Kamera nicht mehr mit gehabt und so bot sich eine gute Gelegenheit ein paar nicht alltägliche Bilder auf die Speicherkarte zu bannen. Bei manchen ausdrucksstarken Bildern hat das leider nicht mit der Schärfe gepasst, da bin ich wohl etwas eingerostet, im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden, so dass ich sie schon zeigen kann.

Mein Fazit:

Chris sichert aufmerksam, Foto: Lukas Brexler

Chris sichert aufmerksam, Foto: Lukas Brexler

Sehr empfehlenswert ist der Besuch der Dry-Tooling Anlage, auch wenn die Anreise zum Landschaftspark Duisburg von uns etwas mehr als eine Stunde dauert und die einfache Strecke >100km beträgt.

Ihr solltet aber schon wissen, was Ihr da tut, denn Steigeisen und Eispickel können schmerzhafte Verletzungen hervorrufen. Das passiert schneller als man denkt. Da kann man schon lebenslang ein Andenken mit sich herumtragen, ein Tattop ist nix dagegen! Ein auf dem Kopf stehendes Herz an meiner rechten Wade ist ein Beweis die unterschiedlichen Härten von Stahlzacken und Haut. Die zwei sind nicht miteinander kompatibel.

Ich werde nicht zum letzten Mal dort gewesen sein!

Und jetzt viel Freude mit der Fotogalerie!