Der Herbstwaldlauf in Neubeckum

„I like to think there aren’t any ‚worst‘ moments, just inopportune ones.“From ‚Win Hood To Coast‚ by Ethan Newberry

Ich bin bei Kilometer 7, gut unterwegs und renne bestens gelaunt auf einem schmalen Pfad im Vellener Brook. Da passiert’s: Seitenstechen rechts. „Oh Mann, diesen inopportunen Moment brauche ich jetzt echt nicht!“ Was tun? Ins gehen übergehen? Strecken, wie wir es früher gemacht haben, bis es weg ist?

Nix da, es wird weitergelaufen! Ich reduziere mein Tempo auf eine Pace von guten 10 Minuten pro Kilometer, konzentriere mich auf das Ausatmen und presse auch das letzte Volumen aus meinen Lungen. Einatmen werde ich von ganz alleine wieder. Das Ganze wiederholt sich. Und wieder. Ich höre meinen Verfolger, den ich nur wenige Minuten vorher erst überholt hatte. Immer noch Seitenstechen. Dann wurde es schwächer und schwächer. Und es stoppte ganz. Ich zog das Tempo wieder an.

Winke Winke!

Winke Winke!

Ca. 45 Minuten früher stand ich als einer von 103 Läuferinnen und Läufern im Stadion in Neubeckum und wollte die 10 km in unter 60 Minuten laufen. Ich war verhalten optimistisch, gelang mir doch 4 Tage vorher ein 5,5 km Lauf mit einer Pace von 5:33 min/km. aber erst einmal verzögerte sich der Start sich um einige Minuten, da die kleinen Bambinis ihre Stadionrunde noch nicht absolviert hatten. Einige von ihnen liefen mit Pacern – ihren Müttern. Großartig! 🙂

Von der Organisation bekamen wir noch einen Hinweis, den ich nicht verstand, der aber wohl irgendwas mit Distanzmarkierungen zu tun hatte. Egal, ich hatte mich bewusst mehr zum Ende des Teilnehmerfeldes orientiert als der Startschuss kam. Ehe ich überhaupt loslaufen konnte, war der spätere Zweitplatzierte schon fast um die erste Kurve. Das fing ja schnell an, ich erhaschte auf meiner Uhr eine angezeigte Pace von 5:20 min/km. Das Martina im Stadion noch einige Fotos machte, bekam ich gar nicht mehr mit.

Quasi durch den Hintereingang ging es auf der Graf-Galen-Straße nach Osten, vorbei am Freibad und dann nach rechts in Richtung Vellener Brok. Es lief sich erstaunlich gut und ich heftete mich an ein Paar heran, mit der festen Absicht mich ein wenig ziehen zu lassen. Ein wenig Taktik gehörte wohl dann doch dazu, wie ich für mich entschied. Ich hatte mir sogar im Vorfeld einige Gedanken dazu gemacht und einen vorsichtigen Plan entworfen.

Diesen schmiss ich schnell wieder über den Haufen. Die Zwei waren mir einen Tick zu langsam. Ich fühlte mich gut und zog im leichten Anstieg an ihnen vorbei. Jetzt war ich auf mich alleine gestellt. Aber ist das nicht generell bei Läufen so?

„Hmmm, soll ich bei Martina, Sam und Fame mal kurz anhalten, ein Motivationsküsschen einsammeln, zwei kurze Streicheleinheiten verteilen und dann weiterlaufen?“

Ich entschied mich dagegen, lief weiter, winkte auf Höhe aber und wechselte kurz ein paar Worte bevor ich links abbog. Die kleine schwarze Hexe Fame wollte aber wohl mit.

#venturingFame wartet

#venturingFame wartet

Ich: „Was war los? Seitenstechen?“

Er: „Nein, zu schnell angefangen.“

Ich: „Ich bin mal gespannt, ob ich mein Tempo durchhalte oder doch zu schnell bin.“

Ich zog davon.

Läufer-Herrchen

Läufer-Herrchen

Endlich Waldboden unter den Sohlen! Zwar „nur“ ein Wirtschaftsweg aber immerhin keinen Asphalt mehr. Fast wurde es aber noch ein Hindernislauf, denn ich musste drei Mädels umlaufen, die die volle Wegbreite einnahmen. Da bewährte sich doch das in den vergangenen Wochen und Monaten genussvolle Trampelpfadlaufen.

Wieder auf Asphalt erklomm ich ohne Schwierigkeiten den Anstieg am Restaurant Hoher Hagen. Dann ging es wieder ein Stück recht steil bergab – nein, nicht meins! Der Weg verjüngte sich und wurde zum Pfad unter dem frühherbstlichen Blätterdach. Dann kamen die Seitenstiche…

…und gingen vorbei. Ich wurde nicht überholt und konnte wieder zu meinen Vorläufern aufschließen. Ein letztes Mal wurden wir die Laufrichtung eingewiesen und bogen in einen erneuten Downhill Marke Asphalt ein. Nein, ich mag es wirklich nicht, sollte ich trotzdem noch einmal eine Schüppe drauflegen?

Jau, immer ran!

Es mussten noch knapp 1.500 Meter bis ins Ziel sein und ich erreichte eine Pace von unter 5 min/km. Cool! Das hätte ich nicht gedacht.

Einlauf ins Stadion

Einlauf ins Stadion

Dann die erneute Planänderung: Pace etwas runterschrauben, nicht mehr überholen und auch nicht überholen lassen! Hinter einem wehenden Pferdeschwanz bog ich wieder in die Graf-Galen-Straße ein, um wenig später durch die Hintertür ins Harenberg-Stadion einzulaufen von dem wir gestartet waren. Lächelndes Abklatschen mit zwei Kindern, ich hörte „Mit der Nummer 642 Bernd Limbach aus Oelde.“ Ich rief ergänzend „Stromberg!“, aber eher für mich. Mentale Notiz: Bei der nächsten Anmeldung wird Stromberg angegeben.

Gewonnen!

Gewonnen!

Und dann war alles vorbei!

„Wer 10 Kilometer lang ein solides Rennen läuft, wird mit einem immensen Zuwachs an Selbstwertgefühl belohnt.“ Auszug aus: Achilles, Achim. „Die Marathon-Therapie.“ eriginals berlin, 2011-09-05. iBooks.

Meine Ambit 3 zeigte mir 9,9 km. Wie jetzt? Keine 10 km? Das wird Stava nicht mögen. Die offizielle Streckenlänge betrug 10,08 km. Egal, das Offizielle zählt! Mit 54:41 Minuten lag ich deutlich unter meinem persönlichen Ziel von <60 Minuten. Der Platz war mir egal!

Stolz wie Oskar!

Eine schöne Laufveranstaltung, die ihre Schwierigkeiten in der letzten Hälfte im auf und ab des Pfadlaufens hat. Das Wetter war passend, wolkig ohne Regen und für eine Laufveranstaltung sehr angenehme Lauftemperaturen. Ich komme wieder!

Alle Fotos von Martina S. Dafür bedanke ich mich herzlich!

Das musste ja wieder kommen, aber cool war es trotzdem!

Ich liege in meinem Bett und wache wiederholt auf. Immer wieder, weil ich mich immer von rechts auf links und umgekehrt drehe. Und jedes Mal erwache ich und stöhne leise vor mich hin. Musste das denn wieder sein? War es denn wirklich nicht absehbar gewesen, dass das passieren würde?

Ein Tag vorher. Sonntag. Morgens. 5.30 Uhr. Der Wecker klingelt. Ich stelle ihn aus und lasse meinen Kopf wieder in das Kissen fallen. Ich bin müde.

Eine knappe Stunde später stehe im Wald. Es ist kalt. Vielleicht sind es 5 oder 6 Grad. Es ist noch dunkel, aber der Tag deutet sich schon an. Trotzdem schalte ich meine Stirnlampe auf deren geringste Helligkeit und laufe langsam los. Meine Finger sind kalt. Ich habe keine Handschuhe mitgenommen.

Der beginnende Tag macht etwas völlig anderes als meine Stirnlampe. Der Tag wird heller und meine Stirnlampe wird immer schwächer. Und dann, aus die Maus, blödes Ding. Auf der Lichtung komme ich aber schon gut ohne sie aus. Und jetzt hab‘ ich sie am Hals – als überflüssigen Ballast.

Das Reh rechter Hand schaut lediglich, als ich an ihm vorbei laufe. Ob es weiss, dass ich es gesehen habe?

Es geht ein wenig bergan ehe ich kurz vor der Rosenau zum Stenzelberg abbiege. Der Pfad ist mir seit meinem letzten Lauf bekannt. An dessen Ende biege ich wieder nach links zum Einkehrhaus ab. Dort ein Frühstück würde mich jetzt völlig aus der Bahn schmeißen.

Am Nonnenstromberg

Am Nonnenstromberg

Einen kurzen Blick auf die Wanderkarte und ab geht die Post, hinauf zum Nonnenstromberg! Das geht sehr gut, ein wenig hin und her gesprungen wegen dem Matsch. Nur mit der Aussicht und dem Foto, da haperte es. Immerhin bekam ich noch ein anderes hin. Und schon bin ich auch schon beim Abstieg, der sich angenehm laufen lässt. Ich halte mich wieder links und erreiche ein Stück geteerte Straße, die mich zurück zum Einkehrhaus führt.

Einen kleinen kleine Anstieg später bin ich an der Burgruine Rosenau und begegne beim anschließenden Abstieg einer Läuferin. Aha, bin ich so früh also nicht allein unterwegs. Kaum wieder auf dem Verbindungsweg Einkehrhaus/Rosenau zur Margarethenhöhe biege ich nach rechts ab und schlage mich in die Büsche. Auf schmalen Pfad bergauf kann ich schließlich feststellen, dass er wieder freigeschnittene wurde. Das war beim letzten Mal noch nicht der Fall gewesen.

Schon einige Zeit unterwegs horche ich in mich hinein. Sollte ich den Ölberg links liegen lassen? Ich entscheide mich für das links liegen lassen und überquere die L313 an der Margarethenhöhe. Nächstes Ziel ist der Lohrberg. Vorbei am Nasseplatz führt mein Pfad wieder bergauf.

„Ich zieh das jetzt durch, bis dort oben!“ Am Lohrbergrundweg, am Ende des Abschnitts, ist dann aber Schluss. Eine kleine Gehpause mit Blick auf Petersberg und Drachenfels gönne ich mir und meinem Herzen.

Laufend erreiche ich dann über schmalen Pfad den Lohrberg. Die kleine Plattform aber kennt keine Aussicht, lässt mich direkt umdrehen und die Schutzhütte am Trenkeberg ansteuern. Kurz hinauf und die Schuhe ein wenig enger geschnürt, denn das Bergabgelaufe wird anspruchsvoll! Konzentration ist angesagt. Die Verlängerung zur Frühmesseiche, um mir geteerten Weg zu ersparen, bringt mir nun noch mehr Höhenmeter ein…

Ohne geteerte Straße zum Löwenbürger Hof geht es aber nicht. Der Entschluss, die Besteigung der Löwenburg auf schmalem Pfad gehend durchzuführen, wird immer lauter. Und so geschieht es. Oben in der Ruine, die saniert wird, bin ich ganz alleine. Wenn ich nur kurz. Drei Mountainbiker erreichen sie, ehe ich wieder bergab laufe. Kurz gegrüßt und weiter geht’s. Diesmal nehme ich den breiten Weg und am Ende nach rechts durch den wunderschönen Bestand aus alten Buchen!

Ich will jetzt nur noch zum Auto, die Lauferei hatte mich geschafft und den Ölberg lasse ich Widerlings liegen. Das will ich heute nicht mehr. Ich bin schon drei Stunden unterwegs!

Ich wusste, es war lang gewesen. Meine Uhr zeigt 21 km. Und über 600 Höhenmetern im Anstieg.

Das reichte wohl doch, um Muskelkater zu bekommen! Aber cool war’s trotzdem. 🙂

Wiederholungstäter

Ich…

Wiederholungstäter…

Aber der Reihe nach!

Rückblende:

Vorletzten Sonntag war ich laufend im Siebengebirge unterwegs und holte mir einen saftigen Muskelkater. Der Grund war denkbar einfach: Ca. 2 Wochen kein Training, ca. 350 Hm bei knappen 10 km Strecke. Erklommene Berge waren der Ölberg und der Lohrberg, zwei die sieben Berge. Immerhin dauerte es ja nur 3-4 Tage, ehe der Muskelkater weg war. Das war also schon ganz ordentlich.

Letztes Wochenende:

Ich schrieb es schon: Wiederholungstäter!

Gleiche Ausgangsposition, nur ca. 45 Minuten später als in der Vorwoche. Das ist aber nur ein unbedeutendes Detail und Ihr könnt es direkt vergessen. Der Start war also um 07.00 Uhr morgens in der Nähe des Hotel im Hagen am Ölbergrundweg.

Vorbei am kleinen Ölberg (ohne Besteigung) und weiter in Richtung Westen bis ich nach Norden nach Thomasberg abbog und auf einem vom vielen Regen zerfurchten Wirtschaftsweg (Allrad wäre auch schwer gewesen) bergab lief. Kaum waren die ersten Häuser erreicht, bog ich ungefähr nach Westen ab, um wieder in den Wald zu kommen. Leicht bergauf entschloss ich mich kurz vor dem großen Verbindungsweg Einkehrhaus zu Margarethenhöhe das Ausflugslokal Einkehrhaus links liegen zu lassen und direkt zum Stenzelberg zu laufen. Den Trampelpfad kannte ich noch nicht.

Mein Weg führte mich um den Stenzelberg herum zum Mantelparkplatz an der Verbindungsstrasse Heisterbacherrott nach Oberdollendorf. Diese wurde überquert und der nördlichste Nebengipfel des heutigen Tages anvisiert.

Ach, natürlich wusste ich, wo ich war, aber Ihr könnt es ja immer noch erraten, denn Angelica hat es ja nicht direkt verraten.

Tja, Angelica, da muss ich dann wohl 2015 mal hin. Danke für den Tipp!

Ach, ich verrate es Euch einfach, ich war am…

Weilberg

Weilberg

Schön war es da, ich drehte um, bog nach Osten ab und umrundete den Weilberg, ehe ich am tiefsten Punkt der Tour erneut die Strasse zwischen Heisterbacherrott und Oberdollendorf queren musste. Das war dann am Kloster Heisterbach. Ich wäre ja gerne noch einmal dort hinein gegangen, aber die Pforte war noch geschlossen.

Bis dahin kann der umweltbewusste Bürge aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, die Bushaltestelle ist sehr schön geworden. Hoffentlich sammeln sich dort mal keine Bekloppten, die die ein oder andere Hirnzellen der Zerstörungswut zuviel haben…

Kloster Heisterbach

Kloster Heisterbach

Und dann streikte die mobile Verbindung bzw. ich war nicht geduldig genug und so wurde das nix mit dem Tweet. Egal, zur Beruhigung bog ich hinter den Klostermauern nach Südwesten zum einzigen richtig Berg dieser Runde ab, dem Petersberg. Bekannt als Veranstaltungsort für die erste Afghanistankonferenz lief und ging ich auf dem Rheinsteig der dollen Aussicht entgegen.

Die dolle Aussicht war genauso auf den Drachenfels und die Drachenburg vorhanden, nicht nur dem Rhein. Aber jetzt sputen, es war schon spät und frühstücken wollte ich auch noch. Also die Schnellschnürung der Schuhe fester gezogen und hinab mit mir zum Einkehrhaus Waidmannsruh! Diesmal liess ich den Nonnenstromberg rechts von mir liegen und bog zur Rosenau nach Süden ab. Dort ist noch eine alte Ruine erhalten, die so langsam zuwächst. Da könnte man ja eigentlich mal eine Aktion zum säubern der Treppe durchführen. Interesse mitzumachen?

Dort erhascht man auf Zehenspitzen einen weiteren Blick nach Westen zum Rhein, dreht man sich um, so springt der Ölberg ins Auge, gar nicht zu übersehen mit seinem Funkmast. Der Junge treibt zur Eile und so geht es noch ein letzten Mal das bisschen Berg hinunter. Es folgt ein breiter Waldweg und der bereits vom Vorsonntag bekannte Ameisenpfad. Hatte ich doch nicht darauf geachtet, dass dort überhaupt noch Ameisenhügel waren, so trat ich fast eine Ameise platt. Es gibt sie also noch, da bin ich ja beruhigt.

Schliesslich komme ich wieder auf den Ölbergrundweg und trabe den relativ locker zur Margarethenhöhe durch. Das letzte Stück zum Auto ist geteert und ich mag nimmer. Irgendwas mit 14 km sagte mir meine gute Ambit und ich entschloss mich: „Das reicht jetzt!“ Meine Wasserflasche trinkend latschte ich nun gen Auto und beendete diese Runde schliesslich nach 15,5 km und ca. 435 Höhenmetern.

Danke!

Das war doch wieder was.

Trailrunning im Siebengebirge

Morgens früh im Walde des Siebengebirges:

Trailrunnig Schuhe

Trailrunnig Schuhe

Zeit zurück gedreht:

Früh morgens zu nachtschlafender Zeit ich wache auf: 5.42 Uhr. Oh, sehr schön, perfektes Timing ohne Wecker! Und drehe mich noch einmal kurz um.

Ein zweites Mal schaue ich auf die Uhr, diesmal sind es 6.02 Uhr. Nun ist es aber Zeit aufzustehen! Das Siebengebirge wartet. Signalfarbenes Leibchen, Pulsuhr, leichte Laufbutz angezogen, in die Schuhe geschlüpft und ab ins Auto. Ich hätte ja auch von zu Hause aus starten können, wie ich es bereits einmal gemacht hatte. Aber es sollte heute etwas anders werden.

In der Nähe des Hotels im Hagen stelle ich mein Auto ab, starte die Uhr und los geht es in westlicher Richtung auf dem Ölbergrundweg in Richtung kleinem Ölberg. Da mein Trainingspensum in letzter Zeit ein wenig gelitten hatte, laufe ich schön langsam los. Noch geht es auf breiten Forstwege voran, hinter dem kleinen Ölberg halte ich mich rechts und laufe bergab in Richtung Verbindungsweg Margarethenhöhe zum Einkehrhaus. Dort biege ich in südlicher Richtung zur Margarethenhöhe ab. Kurz drauf laufe ich nach rechts und wechsle auf einen Pfad. Den gingen wir früher immer in der anderen Richtung, um die Ameisenhügel zu sehen.

Stetig geht es bergauf und als der höchste Punkt erreicht ist, empfängt mich ein wahrer Trail. Fast zugewachsen ist er! Das nächste Mal muss wohl die Machete mit. An stacheligen Brombeeren und Brennnesseln vorbei geht es voran, um bald wieder auf den Ölbergrundweg zu treffen. Hinter der kleinen Schutzhütte geht links ein recht breiter Weg hoch zum Ölberg. Den geht es hinauf, erst laufend, dann gehend. Flottes Gehen lässt meine Herzfrequenz trotzdem auf knapp 160 ansteigen. Reicht. Der Weg wird schmäler, ich muss einmal nach rechts abbiegen und treffe wenig später auf den Fahrweg zum Ölberg. Das dort liegende Restaurant muss ja versorgt werden.

Beim ersten Gipelziel:

Leider war das Restaurant noch geschlossen. Bei guter Sicht kann der Neugierige bis nach Köln sehen, sogar der Dom ist erkennbar. Und zur anderen Seite einen Blick auf die Löwenburg erhaschen.

Bei bemerkenswerten Bedingungen:

Zu meinem Erstaunen sind bereits zwei junge Burschen dort oben. Die Aussicht ist Null und ich mache mich schnell auf den Weg hinunter zur Margarethenhöhe. Zuerst entlang des Fahrwegs, dann – wegen eines umgestürzten Baumes – die steile Abkürzung hinunter. Ich stosse mit den Zehen vorne an den rechten Schuh. Hmmm, doch zu klein oder einfach nur nicht fest genug gebunden?

Unten ist kein Auto auf dem Parkplätzen zu sehen. Kein Wunder, oben auf dem Ölberg waren es ja gerade erst um die 7.00 Uhr. Da schlafen normale Leute ja noch…

Aufgrund des nicht stattfindenden Verkehr ignoriere ich – aber wirklich nur ausnahmsweise – die rote Fußgängerampel und quere die Straße Ittenbach / Königswinter in Richtung Lohrberg und Löwenburg im Laufschritt. Schnell geht es wieder ein den Wald, auf dem Wirtschaftsweg zum Nasseplatz. Dort ist es sehr licht geworden, wurden doch viele Bäume gefällt. Rechts, auf westlicher Seite des Eingangs zum Nasseplatz führt ein recht schmaler Pfad in die richtige Richtung. Den geht es hinauf, um die Abzweigung zum Lohrberg/Trenkeberg nicht zu verfehlen. Das konnte aber nicht passieren, denn dort ich kenne mich ja aus.

Und weiteren Gipfelzielen im Siebengebirge:

Zum Lohrberg

Zum Lohrberg

Und Reaktionen aus der städtischen Nähe (Huhu Angelica!):

Leider konnte mein Winken nicht gesehen werden:

Wieder geht es auf einem schmalen Trampelpfad in den Wald hinein zum Lohrberg. Der Lohrberg selbst ist kein Aussichtsberg, denn seine Spitze liegt mitten im Wald. Lediglich die Pfade führen zu einer Kuppe, die mit Steinresten – und so etwas wie Steinmännchen – versehen sind. Da kommt keine Sonne hin und so geht es erneut bergab, diesmal schnüre ich meine Schuhe ein wenig fester. Es sollte mir nicht mehr gelingen mit den Zehen an die Schuhspitzen zu kommen. Heureka!

Wenig später renne ich die wenigen Höhenmeter (so ca. 10m) zur Schutzhütte des Trenkebergs hinauf. Das geht gut und ich erinnre mich an unsere Begegnung der dritten Art. Vor vielen Jahren war ich mit meiner Familie dort, auch früh am Morgen und rasteten. Plötzlich schaut ein Reh mit großen Augen in die Schutzhütte hinein. Wir sind auch verdutzt und das Reh war schneller und sprang schon weg.

Von dort schaue ich gerne zur Ruine der Löwenburg hinüber. Die Aussicht wird heute vom Nebel aber nicht freigegeben. Alle guten Dinge sind drei und so sollte die Löwenburg mein dritter Gipfel sein.

Entdeckte aber wieder einen sinnhaften Appell, der selbstverständlich sein sollte:

Da es aber bereits ca. 7.30 Uhr waren, entschloss ich mich zum Auto zurück zu laufen. Der Downhill – jetzt fange ich auch noch an, Augen verdreh – war steil und von Mountain Bikern ausgefahren. Aufpassen musste schon sein.

Auf dem asphaltierten Verbindungsweg zwischen Löwenburger Hof und Margarethenhöhe lief ich zurück zum Auto, trank einen Schluck Wasser und machte mich zu meinen Eltern, Schwestern, Martina und Wanderhund Sam zum wohl verdienten sonntäglichen Frühstück.

Fazit:

Mehr davon! Riesige Freude hat es mir wieder bereitet laufend im Siebengebirge meine Unwesen zu treiben. Da geht noch viel und langweilig wird es nicht.

Links zum Siebengebirge:

Bei der Berginale in Berchtesgaden

1. Akt – Das Vorspiel

Es bot sich an. Nicht nur das, es lag sogar förmlich auf der Hand. Unser Urlaub im Kaunertal war zu Ende und wir mussten nach Hause. Warum nicht einen Umweg über Berchtesgaden machen und den wohl wichtigsten Vortrag der BERGinale zu besuchen?

2. Akt – Die letzten 45 Minuten vor der Premiere

Der erste Vortrag unseres verrückten auf und um alle Gipfel laufenden Steve von uptothetop.de war natürlich genau der richtige Beitrag und so trudelten wir gegen 18 Uhr am Kongresszentrum ein.

Martina: „Erkennst Du Steve?“
Ich: „Natürlich!“

War auch nicht schwer, denn ein wenig nervös stand er im Foyer und wurde von seinen vielen Bekannten so gut es ging abgelenkt. Das ging mir bei meinem Vortrag über die Durchquerung der Ötztaler Alpen genauso, ich war auch nervös gewesen. Immerhin funktionierte bei Steve die Technik direkt. Bei mir sorgte die zuerst für einen Schweißausbruch, denn meine Fernbedienung wollte partout nicht mehr mit meinem Laptop zusammenarbeiten. Das hatte zu Hause doch alles wunderbar funktioniert!?!

Begrüßen wollte ich ihn auf alle Fälle.

„Hallo Steve, ich bin Bernd und das ist Martina. Martina, das ist Steve.“
„Hallo Ihr Zwei, schön das Ihr gekommen seit!“

Gelegenheit für ein Blitzinterview!

Was ich von Steve immer mal wissen wollte: „Sag mal, wieviele Paar Schuhe hast Du jetzt eigentlich?“
Kurzes Überlegen: „Fünfundzwanzig.“
„Aha.“

Damit sollte er ja so ungefähr die nächsten fünf Jahre keine mehr brauchen müssen…

3. Akt – Es geht los!

Trailrunning im Berchtesgadener Land

Trailrunning im Berchtesgadener Land

Damit die anwesenden Zuhörer – abzüglich der Freunde und Bekannten, die ihn kennen – auch wussten, mit wem sie es zu tun hatten, stellte sich Steve erst einmal vor. Er ist ja kein gebürtiger Berchtesgadener, sondern Hesse, den es bereits im Kindesalter mit seinen Eltern nach Berchtesgaden verschlug. Ihm gefiel es so gut, dass er – flügge geworden – mit Freunden weiter die Gegend unsicher machte. Schließlich führte es ihn beruflich nach Bad Reichenhall und so konnte er sich seinen Wunsch erfüllen, in diesem Teil Deutschlands zu leben. Allein dafür Respekt und Anerkennung!

Was ist überhaupt Trailrunning?

Er zitierte einen Bekannten, der jeden Pfad/Weg, der nicht mit einem Auto befahren werden kann, als Trail bezeichnet.

Hätten wir das nun auch geklärt! Seine Aussage hat Gewicht.

Kann ein Trailläufer die Berge genießen, da sie ja im Laufschritt anstatt mit Muße unterwegs sind?

Das war eine der Fragen, mit denen sich Steve beschäftigte, weil sie immer wieder an ihn herangetragen wurde. Auch wenn es mir manchmal doch noch ein wenig suspekt ist, so konnte ich von ihm durchaus folgen, dass dies bei ihm der Fall ist. Es ist ja nicht so, dass er jede Strecke zu 100 Prozent durchläuft, nein, steile Anstiege werden oft schnell gehend – oft mit Stöcken – überwunden, um dann beim Abstieg wie der Föhnwind hinunter zu preschen.

Der Genuss äußerte sich aber nicht nur in seinen Worten, sondern auch in seinen Bildern von Gämsen und den ca. einhundert Steinböcken, die in Berchtesgaden wieder heimisch sind. Auf einer Tour machte er mit fast einem Viertel der Population Bekanntschaft. Auch wenn sie recht zutraulich waren und Menschen vergleichsweise nahe an sie heran kommen, so ließen sie sich nicht streicheln. So nah habe auch ich schon Steinböcke erlebt und es ist wirklich jammerschade, dass die blöden Viecher sich nicht streicheln lassen…

Highlights

Das waren die unmittelbare Umgebung für sich alleine zu haben und natürlich Sonnenauf- oder -untergänge, die jeden Bergwanderer und -steiger ebenfalls begeistern. Aber auch lange Läufe allein sowie mit Gleichgesinnten hatten und haben einen festen Platz im Tun des Bad Reichenhaller Pfadläufers.

Ein neues Projekt

Mit einem leichten schelmischen Grinsen berichtete Steve von seinem Wunsch auf den Booten des Königssees einmal Mäuschen spielen zu wollen. Und zwar genau dann, wenn er gerade mit einer Truppe  wilder mit Hightech bekleideten Kumpanen auf dem eigentlich nicht (mehr) existierenden Pfad entlang des Ufers unterwegs ist, wie es den Normaltouristen mitgeteilt wird. Wie ungläubig die wohl reagieren würden?

Steve, wenn ich wieder in Berchtesgaden sein werde, dann machen wir das mal. Ich sitze im Boot, Du rennst in greller Kleidung und ich schaue ungläubig auf laufende Gespenster. Mal sehen, was die Bootstruppe dazu sagt!?! Danach tauschen wir, damit Du das auch erleben kannst. 😉

Der krönende Abschluss

Zum Abschluss teilte Steve mit uns seine bislang wildeste Tour von schlappen 65,7km und so ungefähr 4675 Höhenmetern, die Große Reibn des Trailläufers. Das ist mehr als die bekannte Skitour. Wenn man seiner Ausführung ganz genau zuhörte, dann konnte man heraushören, dass die Fotos mit Daumen hoch und dem gequälten Grinsen genau das waren: geschauspielert! Denn das war schon sehr ordentlich anstrengend für unseren Steve.

4. Akt – Die Unterstützung

5. Akt – Die Kritik

Ja, hat sich sehr gelohnt!

Der Vortrag war entspannt, was aber nicht nur daran lag, dass Steve am Pult neben der Leinwand in lässiger Pose festgeklebt war.

Das fiel gar nicht auf. Gut geschauspielert, Steve!

Appetitanregend. Yes, go and start Trail Running.

6. Akt – Sie haben auch berichtet: