Frühlingshafte Winterbloggerwanderung im Siebengebirge

Irgendwie war es dem Outdoormädchen Corinna wohl langweilig geworden, so dass sie per Facebook zu einer Winterwanderung einlud. Als Ziel stellte sich relativ schnell das Siebengebirge heraus. Gut, altes Hausgebiet, kenne ich ganz gut. Also einen Tourenvorschlag mit den wichtigsten Eckpunkten gepostet.

Offensichtlich war die Vorfreude über die Tour recht groß. Oder wollten alle nach der Winterstarre nur wieder raus? Ach wie gut, dass niemand weiss, dass ich …

Musste ich ja sagen, denn ich hatte die Mördertour mit folgenden Eckpunkten ja ausgesucht! 😉

Weilberg, Kloster Heisterbach, Petersberg, Nonnenstromberg, Rosenau, Oelberg und (Option) Stenzelberg

So trafen wir uns morgens um 10.00 Uhr am Parkplatz „Im Mantel“ zwischen Heisterbacherrott und Oberdollendorf. Der Parkplatz ist nicht nur mit dem Auto, sondern auch per Bus gut zu erreichen.

Am Weilberg zeigte sich das Wetter von seiner angenehmen Seite, denn vom Winter war weit und breit nichts zu sehen. Die Sonne schien und der Frühling war eingekehrt.

Am Weilberg wurde dem Siebengebirge am 15. Oktober 1971 das „Europäische Diplom“ für geschützte Gebiete vergeben. Hier ist die geologische Geschichte des Siebengebirges verdeutlicht. Im alten Steinbruch sieht man im oberen Teil Trachyttuff, der vor ca. 25-30 Millionen Jahre als Ascheregen niederfiel. Basaltmagma drang zu einem späteren Zeitpunkt nach oben und wölbte die Bergkuppen. Der Basalt durchbrach hier die Schicht des Trachyttuffs aber nicht, verbrannte aber den Kontaktbereich zum Tuff, so dass diese rot verfärbt übrig blieb. Als nächste Station hatte ich mir das Klosterruine Heisterbach ausgesucht, eine ehemalige Zisterzienserabtei von der lediglich die Chorruine erhalten blieb. Folgende Geschichte ist überliefert:

Der Mönch von Heisterbach von Wolfgang Müller von Königswinter

Ein junger Mönch des Klosters Heisterbach
Lustwandelt an des Gartens fernstem Ort.
Der Ewigkeit sinnt still und tief er nach
Und forscht dabei in Gottes heil’gem Wort.

Er liest, was Petrus der Apostel sprach: Dem Herren ist ein Tag wie tausend Jahr Und tausend Jahre sind ihm wie ein Tag. Doch wie er sinnt, es wird ihm nimmer klar.

Und er verliert sich zweifelnd in den Wald.
Was um ihn vorgeht, hört und sieht er nicht.
Erst wie die fromme Vesperglocke schallt,
Gemahnt es ihn der ernsten Klosterpflicht.

Im Lauf erreichet er den Garten schnell; Ein Unbekannter öffnet ihm das Tor. Er stutzt – doch sieh, schon ist die Kirche hell Und draus ertönt der Brüder lauter Chor.

Nach seinem Stuhle eilend tritt er ein.
Doch wunderbar, ein andrer sitzet dort,
Er überblickt der Mönche lange Reih’n:
Nur Unbekannte findet er am Ort.

Der Staunende wird angestaunt ringsum, Man fragt nach Namen, fragt nach dem Begehr, Er sagt’s, da murmelt man durchs Heiligtum: Dreihundert Jahre hieß so niemand mehr.

Der letzte dieses Namens, tönt es laut,
Er war ein Zweifler und verschwand im Wald;
Man hat den Namen keinem mehr vertraut,
Er hört das Wort, es überläuft ihn kalt.

Er nennt den Abt und nennt das Jahr. Man nimmt das alte Klosterbuch zur Hand, Da wird ein großes Gotteswunder klar: Er ist’s, der drei Jahrhunderte verschwand.

Der Schrecken lähmt ihn, plötzlich graut sein Haar.
Er sinket hin, ihn tötet dieses Leid.
Und sterbend mahnt er seiner Brüder Schar:
Gott ist erhaben über Ort und Zeit.

Was er verhüllt, macht nur ein Wunder klar. Drum grübelt nicht, denkt meinem Schicksal nach. Ich weiß, ihm ist ein Tag wie tausend Jahr, Und tausend Jahre sind ihm wie ein Tag.

Nachdem wir das Klostergelände wieder verlassen hatten, schlenderten wir entlang der Klostermauser zum Rheinsteig, der uns zuerst auf breiteren, später auf schmalem und teilweise doch recht steilem Pfad auf den Petersberg, einen der sieben Berge, führte. Der Petersberg wurde früher auch Stromberg genannt. Heute kann man von der dortige Terrasse des 5-Sternehotels eine umschweifenden Blick auf das Rheintal geniessen. Geschichtlich erlebte der Petersberg ebenfalls so Einiges, u.a. war er nach dem Zweiten Weltkrieg Sitz der Alliierten Hohen Kommission und später Bundesgästehaus. Auch die beiden Afghanistan-Konferenzen in 2001 und 2002 fanden dort statt.

Über den Nonnenstromberg, der übrigens kein Aussichtsgipfel ist, gelangten wir zum Einkehrhaus Waidmannsruh. Dort musste dann wohl doch einmal eingekehrt werden, da einige durstig, andere hungrig waren. Manche sogar beides. Hier erwischte uns eine kleine Regenschauer, so dass es anschließend bunt gekleidet weiter ging.

Klaro! Die Burgruine „Rosenau“, die für sich genommen eher unspektakulär ist. Viel weiß man über sie nicht, sie gehörte aber wohl zum Erzbistum Köln und war damit vermutlich eine mit dem Drachenfels und der Wolkenburg eine Schutzburg gegen die weiter südlich ansässigen Feinde, namentlich den Grafen von Sayn mit der Löwenburg.

Natürlich stand den Outdoor-Bloggern noch eine Herausforderung hervor, die sie zu dem Zeitpunkt des Abstiegs von der Burgruine Rosenau noch nicht erahnten. Zudem verschleierte ich heimtückisch diese fiese Passage, indem ich sie märchenhaft durch ein vom Sturm Kyrill lichtes Waldstück führte. Jetzt aber lauerte der fiese Anstieg zum Oelberg auf alle nichts ahnenden Blogger (außer mir natürlich ;-). Dabei ist der gar nicht so steil, zum Petersberg war es ja auch nicht ohne gewesen. Außerdem genießt man in der Gaststätte vom höchsten Punkt des Siebengebirges entweder Kaffee und Kuchen oder die Aussicht. Und wenn es die Sicht auf die herannahende Regenwolke ist.

Immerhin schafften wir es vorher aber auch noch trockenen Fußes zu einem luftigen Gruppenfoto:

Wieder in tieferen Gefilde, nicht geschützt vom sich noch versteckenden Blätterdach, packte Axel seinen Kocher aus.

Nach der Stärkung und genügend Zeit marschierten wir auf kleinen Umwegen am Rande des Waldes zum Stenzelberg, einem alten Steinbruch und Klettergebiet. Leider ist das Klettern verboten, weshalb Freunde dieses Sports umweltunfreundlich in die Eifel oder noch weiter fahren müssen, wenn Sie draußen in der Natur klettern wollen.

Abstieg vom Stenzelberg beim #bloghike im Siebengebirge #wandern #wanderung #siebengebirge

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Auf der nächsten Runde erkunden wir mal die Seite Sayn des Siebengebirges mit meinem Lieblingsberg, der Löwenburg.

Die Berichte der anderen:

Das Kreuzglöckchen – Directors Cut

Das Kreuzglöckchen von der Bloggerwanderung mit Corinna, Nico, Jens und Axel (lang ist’s her!) wollte ich schon immer mal neu aufgelegt haben. Mir war es zu lang und die Erklärung wie das Kreuzglöckchen denn überhaupt an seine Stelle kam, wollte ich gesprochen haben. Hier ist es nun:

 

Das zweite Jahr KritzelKraxel.net

Ach, einen Jahresrückblick können ja alle zum kalendarischen Jahreswechsel machen. Ist mir aber schnuppe, ich mache das am Bloggeburtstag – oder wie heute kurz davor. Das zweite Jahr von KritzelKraxel.net ist praktisch zu Ende gegangen. Es gab doch einiges zu berichten.

Was passierte im vergangenen Jahr?

Die Logenplätze waren nicht ganz ungefährlich, denn es kam während des Kletterns in der Route "Kristallweg", 7 zu einem Steinschlag. Mit einem lauten Knall traf das Gestein auf dem Wandfuß auf. Nach dem Schreck wurde die Loge geräumt.

Die Logenplätze waren nicht ganz ungefährlich, denn es kam während des Kletterns in der Route „Kristallweg“, 7 zu einem Steinschlag. Mit einem lauten Knall traf das Gestein auf dem Wandfuß auf. Nach dem Schreck wurde die Loge geräumt.

Der meistgelesene Artikel war über die „Eröffnung des Steinbruchs Hillenberg im Sauerland“. Endlich wieder ein neues Klettergebiet in einem Mittelgebirge! Und das ist auch ordentlich anspruchsvoll mit Kletterschwierigkeiten zwischen den Graden 3 und 9. Da bleibt noch viel Zeit zum Üben, Langeweile sollte wirklich nicht aufkommen. BTW, wann war ich eigentlich das letzte Mal dort? Schon länge eher, wenn ich mich erinnere. Wäre es mal wieder wert.

Lukas im Steileis 2

Lukas im Steileis 2

Dicht darauf folgte „Eisklettern im Harz, Teil 2“. Das fand ich interessant, es scheint mir also genug Interessenten zu diesem Nischensport zu geben. Diesen Winter hatte es bisher mit dem Eisklettern ja leider nicht geklappt, bei den milden Temperaturen aber auch kein Wunder. Zugegebenermaßen hatte ich die Bedingungen im Harz aber auch nicht verfolgt, da ich längerfristig beruflich im Norden Deutschlands unterwegs bin. Bleibt der nächste Winter, der kommt ja bestimmt. Vielleicht sogar früher als später?

Reinhauen!

Reinhauen!

Immerhin entdeckte Lukas, dass die DAV Sektion Duisburg in ihrem Klettergarten im dortigen Landschaftspark eine Dry-Tooling Anlage betreiben. Sein dritter Besuch dort war mein erster. Auch wenn ich nur Toprope mit meinen Eisgeräten und Steigeisen geklettert war, so konnte ich es als super Training werten! Und ein paar gute Fotos fanden auch noch den Weg auf meine Festplatte und in den Blog. Als DAV-Mitglied kostet das  5,- EUR pro Nase.

Aufstieg zur Weißkugel, Foto: Unbekannter Bergsteiger

Aufstieg zur Weißkugel, Foto: Unbekannter Bergsteiger

Zur Wildspitze und retour, Teil 4“ und „Zum Brandenburger Haus, Teil 5“ aus dem Ötztaler Abenteuer folgten mit kleinem Abstand dem Artikel über das Eisklettern. Die beiden stammen schon aus dem ersten Jahr des Blogs (2012) und besonders freue ich mich immer noch über die Resonanz zum Artikel über das Brandenburger Haus. Die höchstgelegene Alpenvereinshütte ist auf alle Fälle einen Besuch wert, wenn auch Gletscherausrüstung notwendig ist, um sie zu erreichen. Dort möchte ich unbedingt noch einmal hin, um die Weiterentwicklung der Trinkwasserversorgung mir anzuschauen!

Zudem hatte ich am 19.01.2014 die Gelegenheit im Rahmen der Vortragsreihe der Alpenvereinssektion Beckum über dieses Abenteuer zu berichten. Wie immer klappte das zu Hause ordentlich, nur nicht im Vortragssaal. Aber auch das bekam ich kurzfristig in den Griff und auch das Mikro funktionierte, musste man doch nur wissen, dass es ausgeschaltet werden musste, um zu funktionieren – kleiner Herstellerfehler.

Auf halbem Weg über die Hängebrücke.

Auf halbem Weg über die Hängebrücke.

Alte Schützenposition mit Talblick.

Alte Schützenposition mit Talblick.

Im Juni 2013 waren wir mit Sandra und Christian in Cortina d’Ampezzo, wo Kletterhund Sam mit Frauchen Martina und Herrchen Bernd früh in der Sommersaison den Kaiserjägersteig begingen. Da waren noch viele Altschneefelder drin. Der Artikel „Der Kaiserjägersteig – mit Kletterhund Sam“ resultierte aus dieser doch sehr spannenden Erfahrung. Auch einige der besten in Cortina entstandenen Fotos entstanden auf dem Kaiserjägersteig. Zudem kletterten wir an den fünf Türmen (Cinque Torri), wanderten zu den Fanes-Wasserfällen, wo Sam wieder ein aufregendes Hundeabenteuer erlebte und schnupperten Klettersteigluft am Col Rosa und erlebten hautnah Überbleibsel von Stellungen aus der Zeit des 1. Weltkriegs. Gutes italienisches Essen durfte natürlich auch nicht fehlen.

Hinunter zur 2. Kaskade.

Hinunter zur 2. Kaskade.

Einladungen zu zwei Bloggerwanderungen fanden ebenfalls den Weg zu mir. Jens vom Hiking-Blog.de lud mich im April 2013 auf den Hubertusweg ein, wo ich neben ihm auch Axel von der Outdoorseite.de und das Outdoormädchen.de Corinna und Nico kennenlernte. Wanderhund Sam war auch dabei und freute sich des noch verbliebenen Schnees auf dem Hubertusweg. Mit Jens schloss er besondere Freundschaft, denn sein hypnotischer Blick aus seinen rehbraunen Augen zu seiner Möhre wurde frühzeitig erhört. Möhre, Jens und Sam können nun schon als Ritual bewertet werden. Die Zwei verstehen sich prima!

Auf dem Eis…

Auf dem Eis…

Auf dem Hubertusweg entstand dann auch ganz spontan mein erstes kleines Filmchen „Das Kreuzglöckchen“. Dort besetzte Wanderhund Sam die prominenteste Nebenrolle. Seine erste Hauptrolle absolvierte er bravurös im zweiten Kurzfilm „Komm mal her!“ in Kellenhusen an der Ostsee.

Gruppenfoto

Gruppenfoto auf dem Bunker Typ 10.

Zur zweiten Bloggerwanderung lud Axel ein, die uns mit dem History-Guide Michael über den Kall-Trail bei Vossenack in der Eifel und zu alten Bunkern des Westwalls. Die zusätzlichen Informationen, die uns Michael mitteilen konnte, bereicherten die Wanderung ungemein!

Ein Hinweis

Ein Hinweis: Vorsicht Klapperschlangen! Äh, nein, keine gesehen.

Auch hatte ich im letzten Jahr ersten Kontakt mit Trailrunning. Kurioserweise lief ich meinen ersten wirklichen Trail nicht bei mir zu Hause, sondern in Rapid City im fernen South Dakota, U.S.A. Da schleppte ich meinen Kollegen mit, der seitdem völlig grell auf morgendlichen Läufe ist. Das schmeckte nach mehr. Es beschränkt sich zu Hause zwar hauptsächlich auf Waldlauf, aber da sind ein paar trail-ähnliche Passagen drin. Es kommen nur nicht sehr viele Höhenmeter zusammen. Die Höhenmeter konnte ich in meiner alten Heimat, dem Siebengebirge, schnuppern. Ein gutes Revier zum Laufen, wie ich meine. Und da gibt es ein Projekt…

Ich möchte mich bei allen für die gemeinsamen Erlebnisse bedanken: Martina und Sam, Sandra und Christian, Lukas und Christof, die Klettergruppe Breitensport im DAV Beckum, Jens und Axel, Michael, Paul und Martin, Corinna und Nico, Courtenay und alle Personen, die ich nicht namentlich aufführe. Der Dank gilt ebenso den anderen Bloggern und Bloggerinnen, die immer hilfsbereit und freundlich Auskunft über ihre Erlebnisse und Wissen geben. Das ist eine große Inspiration! Hier möchte ich (noch einmal) Erika aka Ulligunde besonders erwähnen, die erst kürzlich mit ihrem Artikel „Gute Inspiration oder gefährliche Verführung“ einen sehr wichtigen Beitrag zur Sicherheit, Risikoeinschätzung und Eigenverantwortung im Bergsport sowie der Verantwortung von Autoren von Tourenbeschreibungen geleistet hat. Mit dazu gehören die Kommentare und auch der gesonderte Artikel von Timrasmus, der ihn sehr gut ergänzt.

Hätte ich das doch fast vergessen, KritzelKraxel.net hat ja ebenfalls eine Facebook Seite bekommen. Die dürft Ihr sehr gerne mögen!

Neuerdings kam dann automatisch noch Google+ hinzu, als WordPress eine Anbindung an das andere Soziale Netzwerk anbot.

Einen Ausblick wird es auch noch geben, der kommt aber als extra Artikel, ich will ja die 100 Blog-Artikel irgendwann auch einmal erreichen. 😉